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Manta Ray

Manta Ray
© Jour2Fête
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Manta Ray

Regie: Phuttiphong Aroonpheng, Thailand/Fkr./China 2018, 105 min, OmeU (Thailändisch), keine FSK


In der Nähe eines kleinen Fischerdorfes an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar sammelt der Fischer Nobi Steine in den Mangrovenwäldern, die er für die Jagd auf große Mantarochen benutzt. Doch die Wälder im Grenzgebiet haben sich in ein Massengrab verwandelt. Viele Rohingya, Anhänger der muslimischen Minderheit Myanmars, fliehen aufgrund ihrer politischen Verfolgung in ihrem Heimatland in die Nachbarländer. Etliche ertrinken auf der Flucht und werden in den Mangroven an Land gespült und hilfsweise an Ort und Stelle verscharrt. Doch der Mann, den der Fischer findet, ist noch lebendig. Der Unbekannte sagt kein Wort und so tauft ihn der Fischer nach einem thailändischen Popstar Thongchai. Die beiden freunden sich an und Thongchai lernt den Alltag von Nobi kennen. Als dieser unter mysteriösen Umständen verschwindet, fährt Thongchai an seiner Stelle auf See und führt sein Leben fort. Selbst die Exfrau des Fischers scheint ihn in der Rolle seines Freundes zu akzeptieren. Doch schließlich führt das Spiel der Identitäten ins Absurde.

Mit wenigen Worten behandelt der Film den Identitätsverlust von Geflüchteten und spürt der Machtlosigkeit nach, die Menschen begleitet, wenn sie als Niemand in einer fremden Gesellschaft ankommen und ihre Stimme kein Gehör findet. Der Film Manta Ray meditiert über Gefühle der Einsamkeit und Verlorenheit im Kontext von Flucht, zeigt aber auch, wie Solidarität zwischen einsamen Seelen kulturelle Brücken schlägt und Verständnisschwierigkeiten überwinden lässt.

Traumhafte, rätselhafte Szenen erzählen statt Worten das Unsagbare, beschreiben die vage Unsicherheit Thongchais und führen zurück in den Wald, wo die Schicksale so vieler Rohingya endeten. Die fesselnde Stimmung wird gleichermaßen vom Sounddesign des französischen Duos Snowdrops getragen, welches die Wellen und den Wind mit elektronischen Klängen verbinden.

Manta Ray ist das Langfilmdebüt des thailändischen Filmemachers und Schriftstellers Phuttiphong Aroonpheng, der vorher international mit etlichen Kurzfilmen auf sich aufmerksam machte. Er gewann auf den Filmfestspielen in Venedig die Auszeichnung für den besten Film in der Kategorie Horizon.