Der Sohn
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Der Sohn

Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne, B/Fkr. 2002, 100 min, OmU (Französisch), FSK


Der introvertierte Tischlermeister Olivier arbeitet als Lehrmeister in einer Schreinerwerkstatt für schwierige Jugendliche. Ein Junge, der sich um eine Lehrstelle bewirbt, scheint seine besondere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wer ist dieser 16jährige Francis, auf den Olivier so merkwürdig reagiert? Nach einer emotional aufgeladenen Begegnung zwischen Olivier und seiner geschiedenen Frau Magali wird langsam klar, welch schicksalhafte Herausforderung Olivier zu bewältigen hat: Francis hatte vor fünf Jahren Oliviers und Magalis kleinen Sohn in Panik erwürgt, als dieser ihn beim Diebstahl eines Autoradios störte. Nun steht der auf Bewährung aus dem Jugendgefängnis entlassene Francis als Lehrling vor ihm. Und Olivier nimmt ihn in die Werkstatt auf, schafft sogar ein besonderes Vertrauensverhältnis zu dem Jungen. Francis seinerseits ahnt nicht, wer sein Lehrmeister ist. Doch bei einer gemeinsamen Fahrt in ein entfernt liegendes Holzlager kommt es zur Konfrontation... Nach "Rosetta" haben die Brüder Dardenne mit „Der Sohn“ ihr Kino eines kühnen modernen Sozialrealismus fortgeführt. Den entgleisenden Alltag, die innere Verkrampfung Oliviers inszenieren sie anfangs mit körpernaher, bewegter Handkamera, lassen allerdings den Figuren die Unberührtheit, den Gesichtern ihr Rätsel. Die ungeheure psychologische Spannung ihres Films wird dadurch noch gesteigert. „Wenige Filme haben in ihrer stillen Bescheidenheit solche Wucht" (Neue Zürcher Zeitung).
Darstellerpreis für Olivier Gourmet in Cannes 2002