I Killed My Mother
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I Killed My Mother

Regie: Xavier Dolan, Kanada 2009, 100 min, DF, FSK 16


Der 16-jährige Hubert Minel verabscheut seine Mutter. Ihre altmodische und geschmacklose Kleidung, die biedere und kitschige Wohnungseinrichtung, ja sogar die Krümel an ihrem Mund beim Frühstückstisch - alles stört ihn – so sehr, dass er sie in der Schule sogar für tot erklärt. Doch sind es nicht nur die reinen Äußerlichkeiten, die ihn zur Weißglut treiben. Auch zwei besonders ausgeprägte Charaktereigenschaften treiben ihn auf die Palme: ihre Art, andere zu manipulieren und ihnen die Schuld zuzuweisen. Dass er der Pubertät noch nicht ganz entwachsen ist, macht es auch nicht gerade leichter. Eine der wenigen, die ihn verstehen, ist seine Lehrerin, die ihm zuhört und fast zu so etwas wie einer Ersatzmutter wird. Und doch – irgendwie liebt Hubert seine Mutter auch, die ihn, seit der Vater früh die Familie verlassen hat, alleine groß zieht und ihr Bestes gibt. Die ambivalenten Emotionen zwischen Mutter und Sohn, die Suche nach sexueller Orientierung, die Entwicklung zum Künstler, gesellschaftliche Ausgrenzung – all das setzt Dolan wie beiläufig um in einer Formsprache, wie sie für einen solch jungen Regisseur erstaunlich ist. Der 19-Jährige war mit seinem Erstlingswerk, für das er auch Drehbuch geschrieben und die Hauptrolle gespielt hat, bereits 2010 in Cannes zu Gast.