Göttliche Intervention
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Göttliche Intervention

Regie: Elia Suleiman, Fkr./Palästina 2003, 92 min, OmU (Arabisch, Hebräisch), keine FSK


In der Stadt Nazareth herrscht der alltägliche Wahnsinn, doch die Bewohner nehmen es gelassen, jahrelange Militärpräsenz härtet ab. Vor diesem Hintergrund laufen im Film viele kleine Geschichten, surreale Skizzen voll Irrwitz mit grotesken manchmal gewalttätigen Wendungen, die in fast stummfilmhafter Manier die absurde Normalität im Nahen Osten beschreiben. Zentrum des Geschehens ist das Verhältnis zwischen einem palästinensischen Filmemacher (gespielt vom Regisseur selbst), der in Jerusalem lebt und seiner Geliebten aus Ramallah. Doch da die Bewegungsfreiheit beider an der israelisch kontrollierten Grenze endet, bleibt ihnen nur eine regelmäßige Begegnung im PKW, gleich im Niemandsland neben dem Armeestützpunkt. Eine klassische Liebesgeschichte kann sich daraus kaum entwickeln... „Glücklicherweise hat sich Suleiman, der den Film mit französischer Unterstützung realisierte, nicht um politische Korrektheit geschert. Nur so konnte ein Film entstehen, der israelischer Willkür und palästinensischer Aggression gleichermaßen viel Raum, Aufmerksamkeit und Intelligenz widmet.“ (epd film)
Preis der Jury, Preis der FIPRESCI in Cannes 2002.
Seit Jahrzehnten erfährt der Nahostkonflikt große Aufmerksamkeit in der westlichen Öffentlichkeit, doch erreichen uns selten Bilder, die über die Tagesberichterstattung hinausgehen. Wie aber stellen sich israelische und palästinensische Filmemacher der Realität ihres Landes? In einer Reihe haben wir Filme zusammengestellt, die sich auf ganz eigene Weise mit der politischen Eskalation beschäftigen, oder mit den Mitteln des Erzählkinos einen Ausschnitt des „normalen“ Alltags im Nahen Osten schildern, ohne den Konflikt direkt zu thematisieren.