Der Vorname
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Der Vorname

Regie: Bernard Murat, Fkr. 2012, 109 min, DF, FSK 12


Pierre und Elisabeth sind ein linksliberales, bildungsbürgerliches Ehepaar mit zwei Kindern. Sie geben ein Abendessen für Elisabeths Bruder, dessen Frau gerade ihr erstes Kind erwartet. Nach etwas Geplauder zum Aperitif kommt die Rede auf den Namen des Sprösslings und nach einigem Zaudern offenbart der werdende Vater; dass er nach einem Roman von Benjamin Constant den Namen Adolphe auserwählt hat. Von da an ist abrupt Schluss mit dem Geplänkel, eine temporeiche Achterbahnfahrt von Dialog und Witz führt konsequent unter die Oberflächliche des bourgeoisen Scheins, um kleine Verletzungen und Ressentiments bloßzulegen und den Abgrund zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufscheinen zu lassen.
Stark geschrieben, mit Verve gespielt: „Der Vorname" ist eine witzig-satirische und gleichzeitig liebevolle Abrechnung mit all den kleinen Verlogenheiten, die sich auch unter Freunden und im Kino finden.