No Gold For Kalsaka Trailer
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No Gold For Kalsaka

Regie: Michel K. Zongo, Burkina Faso 2019, 80 min., OmU (Mooré/Französisch), keine FSK


Die Stadt Kalsaka liegt in der weiten Ebene von Burkina Fasos Norden. Auch wenn die Erträge des porösen Bodens eher gering ausfallen, lebt hier die Bevölkerung seit jeher von der Landwirtschaft. Die Gegend ist reich an Bodenschätzen. Der Abbau von Gold, Zink, Kupfer und Mangan könnte Wohlstand in die Region bringen. In Kalsaka sollte es 2008 endlich soweit sein. Sogar der Ministerpräsident ist gekommen, um die Goldmine neben der Stadt zu eröffnen. Das bringe Arbeit für Jung und Alt, eine moderne Infrastruktur, Stipendien für die Kinder der Stadt und sogar eine kostenlose Gesundheitsversorgung für alle wurde den BewohnerInnen zugesichert. Was ist aus den Versprechungen der Regierung geworden?

Sechs Jahre nach der Eröffnung der Mine kommt der Filmemacher Michel K. Zongo nach Kalsaka und die Menschen berichten, was es ihnen gebracht hat, dass jetzt ein britisches Bergbauunternehmen neben ihrer Stadt nach Gold schürft. Der Titel nimmt es vorweg. Nichts.

Die landwirtschaftlichen Flächen sind unbrauchbar geworden, die Trinkwasserversorgung ist beeinträchtigt, das heilige Land der Vorfahren wurde weggebaggert.

Der Filmemacher Michel K. Zongo setzt immer wieder die Mittel des Kinos ein, um Missstände in Burkina Faso bekannt zu machen, aber auch die Menschen vor Ort in Veränderungsprozesse einzubeziehen. In seinem dritten Langfilm No Gold For Kalsaka macht er die Ungerechtigkeit sichtbar, die den StadtbewohnerInnen widerfahren ist und gibt ihnen ein Sprachrohr, um ihre Forderung zu artikulieren. So ärgert sich zwar der Bürgermeister darüber, dass sie naiv an die Versprechungen der Regierung geglaubt haben, doch wolle man jetzt für Gerechtigkeit kämpfen. Der Film greift die Erzählweisen der portraitierten Bevölkerung auf. So führen die Gesänge des ansässigen Poeten Griot durch den Film, der die Stimmungen und Meinungen der Menschen zusammenfasst. In No Gold For Kalsaka wird die lokale Erzähltradition mit Stilmitteln des amerikanischen Western verschränkt, wozu sich eine Geschichte der Ausbeutung durch Goldschürfer und Banditen nur zu gut eignet.

Der ehemalige Präsident Blaise Compaoré regierte Burkina Faso knapp 3 Jahrzehnte politisch autoritär und liberalisierte die Wirtschaft, was ausländischen Investoren erleichterte im Land Geschäfte zu machen. Ab dem Jahr 2000 vergab seine Regierung Genehmigungen für den Bergbau. Die Zuschläge bekamen überwiegend multinationale Unternehmen mit Sitzen in Großbritannien, Kanada, Russland und Australien.

2015 kam es zu politischen Unruhen, nachdem Compaoré die Verfassung ändern wollte, um eine weitere Amtszeit für sich zu ermöglichen, gefolgt von einem Militärputsch und daraufhin einigen Monaten später Wahlen. Seit 2019 hat die neue Regierung des ehemaligen Oppositionspolitikers Roch Marc Kaboré die Kontrolle über Teile des Nordens und Ostens an jihadistische Milizen verloren, die aus Mali verdrängt wurden und in der muslimischen Bevölkerungsmehrheit der Regionen weitere Anhänger rekrutieren konnten. Seitdem sind innerhalb Burkina Fasos rund eine halbe Millionen Menschen auf der Flucht.


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