Angry Inuk Trailer
© Unikkaat Studios

Angry Inuk

Regie: Alethea Arnaquq-Baril, Kanada 2016, 85 min, OmeU, keine FSK


Filmreihe: Tage des indigenen Films

Der Protest gegen die Robbenjagd ist eine der erfolgreichsten Kampagnen von Tierschutzorganisationen wie Greenpeace und Sea Shepherd. Bereits seit den 1970er Jahren zeichnen sie ein Bild von blutrünstigen Jägern, die wehrlose Robbenbabys abschlachten, um sich an ihren Pelzen zu bereichern. Durch die Unterstützung von Prominenten wie Paul McCartney und Pamela Anderson wurde das Tragen von Robbenfell auch in Europa zum Tabu. 2009 hat das Europäische Parlament die Einfuhr von Robbenfellen in die EU verboten, woraufhin der Weltmarkt für die Produkte zusammenbrach. Mit der Robbenjagd konnte kein Geld mehr verdient werden. Ein großer Teil der Robbenjäger sind Inuit. Mit dem Fleisch versorgen sie ihre Gemeinschaften mit Nahrung und die Felle sind ihr einziger Zugang zum globalen Wirtschaftskreislauf. Ohne diese Einkommensquelle lässt sich die Jagd nicht refinanzieren. Das entzieht nicht nur den Jägern ihre Lebensgrundlage, es verunmöglicht auch ihre Aufgabe, die Umwelt ihres Landes zu schützen, während die Öl- und Bergbauindustrie in ihren Lebensraum vordringt. Die Dokumentation begleitet Jäger dabei, wie sie Tiere erlegen, verarbeiten und das Fleisch in ihrer Gemeinschaft verteilen. Sie zeigt, wie das Geschäft der Tierschutzorganisationen mit dem Thema Robbenjagd funktioniert und entkräftet die Vorurteile gegenüber den Jägern, die durch ihre Kampagnen verbreitet wurden. Die Filmemacherin Alethea Arnaquq-Baril schließt sich einer Gruppe junger Inuit-Aktivist*innen an, die sich gegen die Vorurteile über die Robbenjagd zur Wehr setzen. Sie versuchen die Tierschutzorganisationen und die politischen Entscheidungsträger*innen zu konfrontieren, die sich nie für die Auswirkungen ihrer Kampagnen auf die Inuit interessiert haben. Unter den Inuit im kanadischen Nunavut Territory, die es laut Arnaquq-Baril wertschätzen, wenn Konflikte ruhig und besonnen gelöst werden, wird Wut zur produktiven Kraft, um für Selbstbestimmung zu kämpfen.