Gerdas Schweigen
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Gerdas Schweigen

Regie: Britta Wauer, BRD 2008, 95 min, FSK 6


Am Anfang steht ein Tabubruch: Das Kind Knut fragt seine „Tante“ Gerda aus Amerika, gerade zu Besuch in der DDR, nach dem Verbleib ihres Kindes, über das niemand zu sprechen wagt. Die Kaffeegäste schweigen entsetzt. Knut ist verwirrt und beschämt. 30 Jahre später besucht Knut Elstermann Gerda in New York und stellt ihr diese Frage erneut. Sie berichtet von engen Familien- und Freundschaftsbanden der Vorkriegszeit, vom Überleben jüdischer Freunde und Bekannte, aber auch von Deportation und Tod. Die Regisseurin ist Gerdas Geschichte nachgegangen. Ausgehend von der Begegnung mit Knut, seinen hartnäckigen Fragen, die schließlich eine Antwort bekommen, zeichnet sie mit großem Respekt und unverkennbarer Liebe zu ihrer Protagonistin das dokumentarische Porträt einer faszinierenden Frau, die sich mit trotzigem Lebensmut ein Leben nach Auschwitz aufgebaut hat. Der Ausgangspunkt dieses neuen Lebens war ein Schweigen über den Endpunkt des alten – ein Schweigen, das Gerda bis zu ihren Gesprächen mit Knut Elstermann auch gegenüber ihrem Sohn Steven nicht brach....
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung M-V.

Am 29.01. um 20:00 Uhr anschließendes Gespräch mit Knut Elstermann.