Der schöne leichte Tod
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Der schöne leichte Tod

Regie: Michael Krull, BRD 1994, 58 min, keine FSK


Jahrzehnte nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wird im mecklenburgischen Carlsdorf ein Poesie-Album aufgefunden. Die Recherche ergibt, ein junges Mädchen hat hier gelebt, Irmgard Kaiser, Landarbeitertochter, offenbar beliebt. Mitschüler schrieben sich mit Gedichten in ihr Büchlein ein, der Lehrer, ihr Pastor – bis die Normalität abrupt abbricht. Wie hunderttausend andere ins Visier der NS-Euthanasie geraten, findet sich Irmgards letzte Spur nach den Zwischenstationen Rostock-Gehlsheim und Altstrelitz im Sterbebuch der Heil- und Pflegeanstalt Schwerin-Sachsenberg – als Nr. 26 des Jahres 1943, mit offensichtlich gefälschter Todesursache. „Der schöne leichte Tod“ ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen zu einem der traurigsten, aber nie vollständig aufgearbeiteten Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte. Kaum einer der Täter wurde jemals zur Verantwortung gezogen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der 4. Rostocker Filmtage zu psychischen Erkrankungen.
Anschließendes Filmgespräch mit Regisseur Michael Krull und OÄ Dr. Ulrike Lemke, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychiatrie der Uni Rostock, Moderation Dr. Antje Wrociszewski, Gesundheitsamt.