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A Night of Knowing Nothing Trailer
© Square Eyes

A Night of Knowing Nothing

Regie: Payal Kapadia, Indien/Frankreich 2021, 96 min, OmeU, keine FSK


Filmreihe: Tage des indigenen Films

In der staatlichen Filmhochschule von Mumbai wird eine Kiste mit Briefen gefunden. Die Filmstudentin L. schreibt ihrer Liebe K. von ihrer Sehnsucht, ihrer Hoffnung und ihrer Verzweiflung. L. und K. gehören verschiedene Kasten an und ihre Beziehung wird von weiten Teilen der Gesellschaft nicht akzeptiert. Die Hochschule ist eine Nische für die Studierenden, in der sie persönliche Freiheiten, politische Visionen und Solidarität untereinander zelebrieren. Sie entwickeln hier eine Sprache, mit der sie festhalten können, was um sie herum und in ihnen passiert. Doch die Gesellschaft, in der sie leben, verändert sich. Seit 2014 wird Indien von Narendra Modi und seiner Partei BJP regiert. Unter dem ethnonationalistischen Hindu-Regime verstärkt sich die feindselige Stimmung gegen Muslime, werden Frauenrechte beschnitten und das Kastensystem erstarkt. L. erzählt in ihren Briefen von Streiks und Demonstrationen, die sich gegen die Diskriminierung von Muslimen durch Reformen im Staatsbürgerschaftsrecht richten, vom Protest gegen die Erhöhung der Studiengebühren und von der Verzweiflung einer jungen Frau, die nicht selbst bestimmen darf, wen sie liebt. Die Studierenden setzen sich mit ihrer Verantwortung als Angehörige der Staatlichen Filmschule auseinander und fragen sich, wie sie mit ihrem Zugang zu den Mitteln der Kunst und des Dokumentierens einen Unterschied machen können. Sie weigern sich, mit dem Tanzen und Träumen aufzuhören, während versucht wird, ihre Stimmen mit einer Welle der Gewalt zum Schweigen zu bringen.

In einer Collage aus dokumentarischen Protestaufnahmen, ekstatischen Tanzszenen, Zeitungsausschnitten, handgeschriebenen Skizzen und Überwachungskamera-Sequenzen vermischen sich träumerische Fiktion und das Abbild realer Gewalt. A NIGHT OF KNOWING NOTHING ist ein Essay-Film, dessen monochrome 16mm-Bilder mit fesselnder Musik unterlegt sind. Er ist das Langfilmdebut der Regisseurin Payal Kapadia, die selbst im staatlichen Film- und Fernsehinstitut in Pune ausgebildet wurde. Mit dem Film gewann sie 2021 den Dokumentarfilmpreis der Filmfestspiele in Cannes.