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Vom Westen unberührt
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Vom Westen unberührt

Regie: Raymond Depardon, Fkr. 2002, 105 min, DF teilweise untertitelt, FSK 6


Der Junge Alifa wird von Jägern, die seine Eltern töteten, aufgenommen und wächst in deren Gemeinschaft auf. Er ist frei, ungebunden, anders. Als Jäger und schließlich als Guide wird er ein hochgeachtetes Mitglied der Sippe. Bis zu seiner Begegnung mit einem französischen Offizier ist Alifa nie mit dem Westen in Berührung gekommen, denn sein Volk gehört zu den Nomaden. Auf der Flucht vor den Kolonialmächten ziehen sie sich in die Sahara zurück, in ihr Land, das ihnen vertraut ist, in dem der Weiße aber nicht überleben kann. Die Wüste braucht den Westen nicht. Grundlage des Films ist ein Roman vom Anfang des letzten Jahrhunderts von Diego Brosset, der selbst Kolonialoffizier in Afrika war. Der berühmte französische Fotograf Raymond Depardon hat daraus einen fast kontemplativen Film gemacht. In elliptischer, assoziativer Form erzählen exzellente Schwarzweissbilder vom Geschehen in der Wüste, eine präzise, zurückgenommene Stimme aus dem Off begleitet die Geschichte. Ein sehr besonderer Film, der die magische Beziehung zwischen Mensch und Natur und deren Bedrohung durch die Zivilisation beschreibt.