Filmarchiv A-Z

Unser täglich Brot
©

Unser täglich Brot

Regie: Nikolaus Geyrhalter, Österreich 2005, 92 min, FSK 12


Brot ist weit mehr als nur Brot. Es ist seit Jahrtausenden Sinnbild von Nahrung, körperlicher und seelischer Kraft, Lebenskraft „Unser täglich Brot gib uns heute“ heißt es in einem Gebet nach Matthäus 6.11. Bewusst hat Regisseur Nikolaus Geyrhalter für seinen Film diesen Titel gewählt, denn er lässt den Kinobesucher Zeuge einer ganz eigenen Schöpfungsgeschichte werden. „Unser täglich Brot“ ist eine filmische Meditation über die Welt der industriellen Nahrungsmittelproduktion. Zum Rhythmus von Fließbändern und riesigen Maschinen zeigt der Film Orte, an denen Nahrungsmittel produziert werden: Für Fahrzeuge optimierte, surreale Landschaften, sterile Räume in funktioneller, industrieller Architektur für logistisch effiziente Abläufe entwickelt. Indem Nikolaus Geyrhalter der Frage „Woher kommt unsere Nahrung?“ schonungslos nachgeht, stellt er gleichzeitig die Seinsfrage. Wo steht der Mensch in einer Welt, die sich in ganz elementaren Dingen verselbständigt hat? „Unser täglich Brot“ gibt ohne Kommentar Einsicht in die Orte, die sich unserem Alltag verschließen. „Als ein aufrüttelndes Dokument unserer Zivilisation führt der Film zu einem Nachdenken über unseren Lebensstil, unsere Essgewohnheiten und deren Voraussetzungen, über unsere Grundhaltung zur Natur und zu uns selbst.“ (Jury der evangelischen Filmarbeit – Film des Monats)