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Prinzessin Mononoke
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Prinzessin Mononoke

Regie: Hayao Miyazaki, Japan 1997, 133 min, OmU (Japanisch), FSK 6


Die Geschichte ist im japanischen Mittelalter angesiedelt. Ein riesiger Waldgott in Gestalt eines Ebers bedroht ein Dorf im Norden. Der junge Krieger Ashitaka kann ihn im letzten Moment erlegen, wird aber gefährlich am Arm verletzt. Es ist eine merkwürdige Wunde, die zu heilen Ashitaka in die sagenumwobenen Wälder des Westens zieht. Hier gerät er unversehens in die Auseinandersetzungen zwischen der geschäftstüchtigen Lady Eboshi, die mit ihrer Eisenhütte ein menschliches Reich für die Ausgestoßenen der Gesellschaft schaffen will, und den wundersamen Geistern und Mächten des Waldes. Außerdem er begegnet der jungen San, einer ungestümen Amazone, die von Wölfen aufgezogen wurde und nun als Prinzessin Mononoke das Naturreich anführt… Der in seiner getuschten Farbenpracht schwer zu beschreibende Animationsfilm nimmt alte japanische Legenden auf und verschmilzt sie zu einer äußerst vielschichtigen Parabel über Wildnis und Zivilisation, über Magie und Erkenntnis. Bemerkenswert und überraschend für ein europäisches Publikum ist, dass "Prinzessin Mononoke" nicht nach den Mustern westlicher Märchen erzählt: Es gibt hier keine einschichtigen Figuren, kein einfaches Gut-Böse-Schema und das erlösende Ende ist kein strahlendes Happyend. Regisseur Hayao Miyazaki gilt als einer der großen Meister japanischer Animes. Dieser Film war einer der erfolgreichsten japanischen Filme überhaupt. Im Sommer wird bei uns sein Film "Chihiros Reise ins Zauberland" ins Kino kommen, mit dem er bei den Filmfestspielen in Berlin 2002 den Goldenen Bären gewann. (Und vermutlich wird man auch dieses Meisterwerk wieder ausschließlich als Kinderfilm vermarkten.)