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Eine Perle Ewigkeit
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Eine Perle Ewigkeit

Regie: Claudia Llosa, Peru/Spanien 2009, 100 min, OmU (Spanisch), FSK 12


Fausta leidet – wie es ihre Verwandten und Bekannten ausdrücken – unter der „ängstlichen Brust“, einer Krankheit, die mit der Muttermilch eingesogen wurde. Gemeint ist damit, dass Faustas Mutter im Bürgerkrieg vergewaltigt wurde und dieses Trauma an die Tochter weitergegeben hat. Die alte Frau berichtet in der Inkasprache Quechua singend von den Verbrechen, die ihr angetan wurden. Denn Lieder, erfährt man in der Eingangsszene, sind die einzige Möglichkeit, etwas mitzuteilen, worüber sonst geschwiegen wird. Auch Fausta, diese verschlossene und furchterfüllte junge Frau, fängt immer dann an zu singen, wenn sie die Angst zu überwältigen droht. Im wirklichen Leben ist sie nie richtig angekommen: Bei der Familie ihres Onkels in einem Elendsviertel von Lima ist sie zwar in Sicherheit, aber alleine das Haus zu verlassen, schafft sie nicht. Dann stirbt ihre Mutter. Um die Beerdigung bezahlen zu können, wagt Fausta sich zum ersten Mal nach draußen und nimmt eine Stelle als Dienstmädchen bei einer exzentrischen reichen Pianistin an.
Berlinale 2009: Goldener Bär für den besten Film.