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The Employer and the Employee Trailer
© Latido Films

The Employer and the Employee

Regie: Manuel Nieto Zas, Uruguay 2021, 107 min, OmeU, keine FSK


Filmreihe: Tage des indigenen Films

Rodrigo ist der Sohn eines Großgrundbesitzers im Grenzgebiet zwischen Uruguay und Brasilien. Die Ländereien der Familie werfen nicht mehr so viel ab wie früher und es ist schwierig geworden, Angestellte für die harte Landarbeit zu gewinnen. Rodrigo stellt den unerfahrenen Carlos ein, dessen Vater bereits auf der Farm gearbeitet hat. Beide Männer sind junge Familienväter und müssen sich in dieser neuen Rolle zurechtfinden. Sie können sich eine Zeit lang helfen, ihre jeweiligen Bedürfnisse zu stillen und zwischen ihnen keimt eine Art Freundschaft auf. Doch nach einem tödlichen Unfall verändert sich ihre Beziehung. Der soziale und ökonomische Graben, der ihre Familien trennt, macht eine aufrichtige Solidarität zwischen ihnen unmöglich. Der Film erzählt auch die Geschichte zweier Protagonisten, die versuchen, in ihrem jeweiligen sozialen Milieu dem vorherrschenden Männlichkeitsbild zu entsprechen und zweier Frauen, die gerade deshalb einen eigenen Weg finden müssen, mit ihren Sorgen umzugehen. Nach der Wirtschaftskrise, die 2002 Argentinien und Uruguay erschüttert hat, mussten viele landwirtschaftliche Betriebe schließen. Die Konzentration auf wenige Großbetriebe nahm zu, wodurch viele Landarbeiter*innen ihre Jobs verloren und in die Städte migrierten. Sie werden seitdem saisonweise auf den Ländereien eingesetzt. Sie müssen mit ihrer gewohnten Lebensweise brechen und sind von ihren Schicksalgenoss*innen isoliert. Die Farmer wiederum nehmen die Ausbeutung ihrer Angestellten in Kauf, um ihr Unternehmen rentabel zu halten und romantisieren die Lebensweise auf dem Land. Pferde stehen im ländlichen Uruguay für beide Seiten als Symbol der Unabhängigkeit und der Verbindung mit der Natur. Bilder, auf die der Regisseur Manolo Nieto zurückgreift, wenn die Protagonisten in seinem Film ihre Lebensfragen auf den Rücken von Pferden aushandeln. Mit Gespür für emotionale Feinheiten und in unaufgeregtem Tempo arbeitet Manolo Nieto Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Denjenigen heraus, die sich auf den Farmen begegnen. Die Kamera setzt die Weite des ländlichen Uruguays, seine Farmen und Landschaften in Szene.