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Whisky
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Whisky

Regie: Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll, Uruguay 2004, 94 min, DF, FSK o. A.


Jacobos Lebensinhalt ist seine kleine, düstere Sockenfabrik. Den Großteil des Tages verbringt er damit, seiner bescheidenen und loyalen Mitarbeiterin Marta mürrisch Aufträge zu erteilen. Ihre Beziehung ging nie über das schweigsame und effiziente Seite-an-Seite-arbeiten hinaus. Jacobos tägliche Routine wird jedoch durch ein unvorhergesehenes Ereignis gestört. Sein ihm entfremdeter Bruder Herman, der seit vielen Jahren im Ausland lebt, kündigt seinen Besuch an. Überraschenderweise bittet Jacobo Marta, sich als seine Frau auszugeben. Marta willigt ein, und so versuchen die drei, die sich kaum kennen, aus der unangenehmen Situation das Beste zu machen. Auf einem Ausflug zum Meer, den das schrullige Trio auf Hermans Vorschlag hin unternimmt, erfahren Jacobo und Marta mehr über sich selbst, als sie es je für möglich gehalten hätten. „Whisky“ ist kein Film der vielen Worte, aber das Schweigen der Figuren und ihre subtil beobachteten Gesten verraten mehr als die sparsamen Dialoge. Das wirkt zart melancholisch, manchmal unglaublich komisch, manchmal fast absurd. Ein außergewöhnliches Filmerlebnis.