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Nokan – Die Kunst des Ausklangs
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Nokan – Die Kunst des Ausklangs

Regie: Yojiro Takita, Japan 2008, 131 min, DF, FSK 12


Pechvogel Daigo hat seine Stelle als Cellist verloren und kehrt mit seiner Frau zurück in die Heimat im pittoresken Norden Japans. Auf der Suche nach einem neuen Job entdeckt er die Anzeige eines auf "Reisen" spezialisierten Unternehmens. Der exzentrische Chef Sasaki engagiert ihn auf der Stelle. Daigo kann sein Glück kaum fassen, da eröffnet ihm Sasaki die wahre Natur seines Geschäfts: Er soll Verstorbene für die "Letzte Reise" vorbereiten. Es geht bei diesem in Japan praktizierten (aber langsam in Vergessenheit geratenden) Ritual darum, frisch Verstorbene zu waschen, schön zu kleiden, zu schminken, kurz, für ein andächtiges stilles Verharren im Kreis der Angehörigen herzurichten, bis sie schließlich in den Sarg gelegt und eingeäschert werden. In seiner angenehm ruhigen, fast schon meditativen Erzählhaltung wirft „Nokan“ mitunter einen romantisch verklärten Blick auf familiäre Bande und Beziehungen. Dass er dabei bestimmte Symbole wie die der Steine überstrapaziert und sich den einen oder anderen Ausrutscher in Richtung Kitsch leistet, ist angesichts der in sich schlüssigen Dramaturgie und nachvollziehbaren Entwicklung seiner Hauptfigur verzeihlich.