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Mutter Küsters Fahrt zum Himmel
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Mutter Küsters Fahrt zum Himmel

Regie: Rainer Werner Fassbinder, BRD 1975, 128 min


Für Emma Küsters bricht eine Welt zusammen, als sie erfährt, dass ihr Mann, ein Leben lang ein unbescholtener Arbeiter, wegen der Ankündigung von Massenentlassungen zunächst einen Vorgesetzten und dann sich selbst erschießt. Die Presse baut den Mann zum Alkoholiker und Psychopathen auf. Die Familie zieht sich vor der Mutter zurück. Einzig von Marianne und Karl fühlt sie sich verstanden. Die beiden hatten nach dem Unglück ihre Bekanntschaft gesucht, scheinen sehr wohlhabend zu sein und engagieren sich in der kommunistischen Partei. Doch bald stellt Mutter Küsters enttäuscht fest, dass auch hier nur politisches Kalkül den Ausschlag gegeben hatte. Da macht sie Bekanntschaft mit einem Anarchisten. In der Art eines politischen Lehrstücks konstruiert Fassbinder seinen Fall durch, doch entsteht daraus gerade kein ideologisches Bekenntnis, sondern eine äußerst einfühlsames Frauenporträt. Wir zeigen den Film in einer etwas längeren Version, die Fassbinder für die USA mit einem anderen Schluss versehen hatte.
Retrospektive Rainer Werner FassbinderDoppelprogramm Brigitte Mira