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Die Einsamkeit der Krokodile
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Die Einsamkeit der Krokodile

Regie: Jobst Oetzmann, BRD 2000, 96 min


Der junge Journalist Elias reist in ein westfälisches Dorf. Sein Cousin Günther hat hier gelebt. Angeblich hat der skurrile Außenseiter sich das Leben genommen. Als Elias dessen Welt erkundet, wird ihm schnell klar, dass hier nichts so eindeutig ist, wie es scheint. Ablehnend steht die Dorfgemeinschaft ihm gegenüber, einzig Heike, die Wirtin des Gasthofes, und Günthers Großmutter geben bereitwillig über die Geschehnisse Auskunft. So entfaltet sich für Elias die Lebensgeschichte seines Cousins, der bereits als sensibles, begabtes Kind unter seiner groben Umwelt zu leiden hatte. Der Debütfilm von Jobst Oetzmann ist wie eine Recherche angelegt, und virtuos nutzt er die Möglichkeiten zur satirischen Überzeichnung der engstirnigen Dorfbewohner. Gerade in Günthers Kindheit führt das oft zu aberwitzigen Momenten. Und es gelingt in „Die Einsamkeit der Krokodile“, die Waage zu halten zwischen dieser Situationskomik und der eigentlich tragischen Lebensgeschichte.