Kino-Blog

Die Lolas
© Anne Freitag/Deutscher Filmpreis

70. Lolas vergeben


veröffentlicht: 25.04. 2020


Mit insgesamt acht Auszeichnungen ist Systemsprenger der große Gewinner bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises. Berlin Alexanderplatz konnte insgesamt fünf Trophäen einheimsen, zweimal wurde zudem Lindenberg! Mach deinn Ding ausgezeichnet. Schauspieler Albrecht Schuch gelang es zudem als Beste Hauptrolle und Beste Nebenrolle prämiert zu werden.

Am Freitag, 24. April 2020, sind zum 70. Mal Filme und ihre MacherInnen mit dem Deutschen Filmpreis, der Lola, ausgezeichnet worden. Angesichts der aktuellen Umstände wurde die Verleihung tatsächlich live in der ARD ausgestrahlt. Bisher war es üblich, dass die Veranstaltung aufgezeichnet wurde. Das ist immerhin ein kleiner Schritt, der Gala etwas mehr Präsenz zu verleihen. Noch erfreulicher wäre selbstverständlich, wenn die Verleihung auch zur Hauptsendezeit stattfinden würde.

Die Verleihung fand ohne Publikum statt und Schauspieler Edin Hasanovic als Moderator mühte sich redlich, angemessen zu unterhalten. Ein wenig zu oft wechselte dabei der Ton von ernsten Ansprachen wichtiger Themen mit dem nächsten kleinen Gag. Längst nicht jeder Witz saß, dennoch gab es im Rahmen der Veranstaltung einige gelungene Momente, inszeniert übrigens von Filmemacherin Sherry Hormann (u.a. Nur eine Frau). War so mancher vermeintliche Patzer einstudiert, schien die per Video eingeblendete Laudatio auf die Beste Männliche Nebenrolle tatsächlich ungewollt fast daneben zu gehen.

Erstmalig wurde in diesem Jahr die Lola für Beste visuelle Effekte und Animation vergeben, den sich die Adaption von Marc-Uwe Klings gleichnamiger Buchvorlage Die Känguru-Chroniken sichern konnte.

Die Auszeichnungen gingen an:

  • Bester Spielfilm: Systemsprenger (Lola in Gold für Peter Hartwig, Jonas Weydemann, Jakob D. Weydemann), Berlin Alexanderplatz (Lola in Silber für Leif Alexis, Jochen Laube, Fabian Maubach), Es gilt das gesprochene Wort (Lola in Bronze für Ingo Fliess)
  • Bester Dokumentarfilm: Born in Evin (Alex Tondowski, Ira Tondowski)
  • Bester Kinderfilm: Als Hitler das Rosa Kaninchen stahl (Jochen Laube, Fabian Maubach, Clementina Hegewisch)
  • Beste Regie: Nora Fingscheidt (Systemsprenger)
  • Bestes Drehbuch: Nora FIngscheidt (Systemsprenger)
  • Beste weibliche Hauptrolle: Helena Zengel (Systemsprenger)
  • Beste männliche Hauptrolle: Albrecht Schuch (Systemsprenger)
  • Beste weibliche Nebenrolle: Gabriela Maria Schmeide (Systemsprenger)
  • Beste männliche Nebenrolle: Albrecht Schuch (Berlin Alexanderplatz)
  • Beste Kamera/Bildgestaltung: Yoshi Heimrath (Berlin Alexanderplatz)
  • Bester Schnitt: Stephan Bechinger, Julia Kovalenko (Systemsprenger)
  • Beste Tongestaltung: Corinna Zink, Jonathan Schorr, Dominik Leube, Oscar Stiebitz, Gregor Bonse (Systemsprenger)
  • Beste FIlmmusik: Dascha Dauenhauer (Berlin Alexanderplatz)
  • Bestes Szenenbild: Silke Buhr (Berlin Alexanderplatz)
  • Bestes Kostümbild: Sabine Böbbis (Lindenberg! Mach dein Ding)
  • Bestes Maskenbild: Astrid Weber, Hannah Fischleder (Lindenberg! Mach dein Ding)
  • Beste visuelle Effekte und Animation: Jan Stoltz, Claudius Urban (Die Känguru-Chroniken)
  • Besucherstärkster Film: Das perfekte Geheimnis
  • Ehrenpreis: Edgar Reitz