Filmreihen

Indian Horse Trailer
© Elevation Pictures

Indian Horse

Stephen S. Campanelli, Kanada 2017, 101 min, OV (Englisch), keine FSK


Filmreihe: Tage des indigenen Films

Saul Indian Horse ist sechs, als er beschließt, dass er niemals zur Schule gehen will, denn seinen Bruder hat sie krank gemacht. Doch nachdem er seine Familie verliert, wird auch er gezwungen eine kanadische Residential School zu besuchen. Die Kinder werden der Willkür der katholischen Priester unterworfen, die die Schule führen - und von ihnen missbraucht. Auf dem Eishockeyfeld kann Saul der Tristesse entfliehen. Er wird schließlich von einer Pflegefamilie aufgenommen und findet in einem indigenen Hockey-Team wahre Freunde. Sogar die NHL-Mannschaft aus Toronto holt ihn ins Team. Für Fans, Gegner und sogar seine Mitspieler bleibt er aber der kuriose »Indianer« auf dem Hockeyfeld. Seine sportlichen Erfolge werden stets von rassistischen Anfeindungen begleitet und schließlich verweigert er sich der Sportlerkarriere. Seine Vergangenheit holt ihn ein und er begibt sich auf den Weg, sie aufzuarbeiten.

In Kanada existierten über 1300 Residential Schools - Internate, die ausschließlich von kanadischen Indigenen besucht wurden. Die SchülerInnen sollten dem kulturellen Einfluss ihrer Eltern entzogen und im Sinne der kanadischen Kultur vermeintlich »zivilisiert« werden. Dabei wurde ihnen verboten, in ihrer Muttersprache zu sprechen. Die Schulen wurden meist von Kirchenvertretern geführt.

Die letzten Residential Schools in Kanada wurden erst in den 1990er Jahren geschlossen. Erst danach begann Kanada, sich mit der strukturellen Ausübung von Gewalt und dem sexuellen Missbrauch an den SchülerInnen zu befassen. Bis heute gilt das historische Trauma für viele Überlebende als nicht ausreichend aufgearbeitet. INDIAN HORSE ist der erste große Kinofilm, der sich diesem Thema widmet.

Der junge Saul wird vom 11-jährigen Eishockeyspieler Sladen Peltier gespielt. Trainiert wird er von seinem Vater, der die Diskriminierung als indigener Spieler aus seiner eigenen Geschichte kennt. Auch die beteiligte Schauspielerin Edna Manitowabi wurde zum Besuch einer Residential School gezwungen.

Der Film basiert auf der Buchvorlage von Richard Wagamese, dessen Eltern, angehörige der Ojibwe, von ihren Verwandten getrennt wurden und eine Residential School besuchen mussten. Wagameses Buch orientiert sich unter anderem an der Lebensgeschichte des ersten indigenen NHL-Spielers Fred Sasakamoose.

Der kanadische Regisseur Stephen Campanelli produzierte INDIAN HORSE gemeinsam mit Clint Eastwood.

Eine Vorführung in Kooperation mit elements e.V.


in der Frieda23Friedrichstraße 23

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OV – Originalversion
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