Alice

Alice
Regie: Marco Martins, Portugal 2005, 102 min, OmeU (Portugiesisch), keine FSK

Weltweit verschwinden jährlich Tausende von Kindern und tauchen nie wieder auf. Ein Albtraum für die Eltern. So auch für Mário. Seit seine Tochter Alice vor 193 Tagen verschwand, ist er nicht mehr derselbe Mensch. Verzweifelt sucht er einen Hinweis, ein Zeichen. Zwanghaft geht er immer wieder die Strecke ab, von der Alice nicht zurückgekehrt ist. Er installiert sogar Videokameras und wertet die Filme aus, wenn er abends von der Arbeit nach Hause kommt. Diese zwanghafte und verzweifelte Suche ist Mários einzige Möglichkeit, an die Rückkehr der geliebten Tochter zu glauben. Marco Martins, der auch das Drehbuch geschrieben hat: „An der Geschichte interessierte mich vor allem das Thema der Besessenheit. Jemand verliert eine Tochter und aus dem Gefühl der Handlungsunfähigkeit heraus funktioniert er eigenständig, außerhalb der Gesellschaft, in der er lebt. Wenn er abends auf den Videos all die anonymen Gesichter sieht, wissen wir schon nicht mehr, ob diese Bilder wahr sind oder nur im Kopf von Mário existieren. Die Stadt ist ein Ort der Abstraktion, in der jemand wie Mário in tiefe Isolation geraten kann. Doch bei seiner Suche lernt er andere Menschen kennen, die in ihrer Stadt auch in gewisser Weise isoliert sind. ,Alice’ ist vor allem ein Film über die Abwesenheit.“

Nachwuchspreis der Quinzaine de Réalisateurs in Cannes 2005.

Eine Veranstaltung mit Unterstützung des Instituto Camões.