Das letzte Kino der Welt

Das letzte Kino der Welt
Regie: Alejandro Agresti, Argentinien/Fkr. 1998, 83 min, OmU (Spanisch)

Die junge Taxifahrerin Soledad hat genug von ihrem Leben in Buenos Aires. Plötzlich fährt sie einfach Richtung Süden davon und landet schließlich in Río Pico, einem Nest irgendwo in Patagonien. Mitten in den 70er Jahren sind Radio und Fernsehen bis hier noch nicht vorgedrungen. Aber ein Kino hat das vergessene Dorf, auch wenn es die Filme erst nach Jahren auf seine Leinwand schaffen und durch die kreativen Rekonstruktionsbemühungen des Filmvorführers eine gänzlich neue Qualität erreichen. Das ist nicht ganz ohne Auswirkungen auf das Verhalten der Bewohner geblieben. Und natürlich ist dies eine Gegend für sensible Künstler und große Denker, natürlich wohnen hier Liebe und Sehnsucht dicht beieinander. Soledad wird schließlich länger als beabsichtigt in Pío Pico bleiben… In bester südamerikanischer Tradition fabuliert Alejandro Agresti mit Witz und Melancholie an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit, sein patagonisches Dorf ist ein mythischer Ort und gleichsam eine Parabel auf die Realität Argentiniens.