Broken Wings

Broken Wings
Regie: Nir Bergman, Israel 2002, 87 min, DF, keine FSK

Mit vier Kindern ist Dafna nach dem Tod ihres Ehemannes vor einigen Monaten zurückgeblieben. Sie arbeitet als Hebamme und versucht nun mit zusätzlichen Schichten in der Klinik das schmale Familienbudget aufzubessern. Dabei fällt der fast erwachsenen Maya zunehmend die Rolle einer Ersatzmutter für ihre jüngeren Geschwister zu, obwohl sie sich lieber um eine Musikkarriere kümmern würde. Der fünfjährige Bar fühlt sich vernachlässigt, während der zehn Jahre alte Ido von der fixen Idee besessen scheint, den Weltrekord im Turmspringen zu brechen. Yair, der Sohn im Teenager-Alter hat die Schule geschmissen und geht lieber Jobben. In episodischer, zurückhaltender Erzählweise schildert „Broken Wings“ wie mit Verlust und Trauer eine Familie zu zerfallen droht. Gerade da passiert ein Unfall, der die Situation grundlegend ändert. Eindringlich und sensibel gestaltet Regisseur Nir Bergman in seinem ersten Spielfilm eine beinahe alltägliche Geschichte.

„Broken Wings“ gewann den Israelischen Filmpreis 2002 in mehreren Kategorien und erhielt im letzten Jahr bei den Filmfestspielen in Berlin den mittlerweile sehr renommierten Panorama-Publikumspreis.

Seit Jahrzehnten erfährt der Nahostkonflikt große Aufmerksamkeit in der westlichen Öffentlichkeit, doch erreichen uns selten Bilder, die über die Tagesberichterstattung hinausgehen. Wie aber stellen sich israelische und palästinensische Filmemacher der Realität ihres Landes? In einer Reihe haben wir Filme zusammengestellt, die sich auf ganz eigene Weise mit der politischen Eskalation beschäftigen, oder mit den Mitteln des Erzählkinos einen Ausschnitt des „normalen“ Alltags im Nahen Osten schildern, ohne den Konflikt direkt zu thematisieren.