Bellaria

Bellaria
Regie: Douglas Wolfsperger, BRD/Ö, 100 min, FSK o. A.

Mitten in Wien liegt das etwas betagte Kino "Bellaria". Während es abends als studentisches Programmkino fungiert, gehört der Nachmittag der Vergangenheit. Das heißt, es kommen UFA- Produktionen aus den 30er und 40er Jahren zur Aufführung. Die Besucher kennen diese Filme meist aus ihrer eigenen Kindheit und Jugend, so ist der Kinobesuch für sie ein Refugium, ein Moment des Erinnerns und des Träumens aus einer Gegenwart, die mit ihrem Tempo längst an den alten Herrschaften vorbeigerauscht ist. Behutsam nähert sich Douglas Wolfsperger in den Interviews seinen Protagonisten. Schillernde oder unternehmungslustige Damen und Herren sind genauso darunter, wie eifrige Filmfans und Sammler oder stille, einsame Rentner. Der Autor nimmt sie ernst mit ihren Geschichten und Erlebnissen, mit den teilweise recht sonderbaren Ansichten oder einem Leben, das so erschütternd unspektakulär verlaufen ist. So schwingt die Dokumentation zwischen fast bedrückenden Stimmungen und äußerst amüsanten Szenen, die zu einem unvergleichlichen Höhepunkt gelangen, wenn der kürzlich verstorbene Karl Schönböck, einstiger UFA-Star, zu einer Autogrammstunde ins "Bellaria" geladen ist.