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Valley of Saints – Ein Tal in Kaschmir Trailer
© Kairos Film

Valley of Saints – Ein Tal in Kaschmir

Regie: Musa Syeed, Indien/USA 2012, 82 min, OmU (Kaschmiri), FSK 12


Filmreihe: Tage des indigenen Films

Der Fährmann Gulzar wohnt in einer Pfahlsiedlung direkt auf dem Bergsee Dal, einst bekannt als »Kronjuwel Kaschmirs«. Da Armut, politische Spannungen, Krieg und Terrorismus seine Heimat prägen, plant er zusammen mit seinem Freund Afzal nach Delhi zu fliehen, doch eine vom Militär verhängte Ausgangssperre kommt ihnen in die Quere. Als Gulzar die Wissenschaftlerin Asifa kennenlernt und beschließt, ihr trotz der Ausgangssperre bei der Erforschung des Sees zu helfen, wird die Freundschaft der beiden Männer auf die Probe gestellt. Gulzar muss sich entscheiden: Versucht er in der Großstadt sein Glück oder bleibt er in seiner Heimat, um gegen die Umweltverschmutzung zu kämpfen, die die traditionelle Lebensweise in seinem Dorf bedroht?

VALLEY OF SAINTS verbindet Spielfilm und Dokumentation. In einer klassischen Erzählung über Freundschaft, Liebe und Eifersucht wird das Dilemma zwischen sozialen Verhältnissen und ökologischer Verantwortung eingebettet. VALLEY OF SAINTS zeigt auf, dass in der Debatte um Nachhaltigkeit der limitierende ökonomische Faktor zentral ist: die lokale Gemeinschaft allein kann nicht die - wirtschaftliche wie moralische - Verantwortung für den Zustand der dortigen Natur tragen. Oft wird aus Perspektive von Industrienationen von indigenen Gemeinschaften erwartet, eine destabilisierte Umwelt selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Doch u.a. die Armut eben dieser Gemeinschaften - herbeigeführt durch ihre systematische ökonomische Ausbeutung - macht dies unmöglich.

Der Dal-See befindet sich neben der Millionenstadt Srinagar, Hauptstadt des nördlichsten indischen Bundesstaates Kaschmir, im Himalaya. Die idyllische und kühle Lage des Sees machte ihn zu einem beliebten Sommersitz der Herrscher der Mogul-Dynastie und der britischen Kolonisatoren. Unweit befinden sich wichtige Heiligtümer, sowohl des Islam als auch des Hinduismus. Seit der Staatsgründung Pakistans 1947 kam es hier immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. Die letzte kriegsähnliche Eskalation des Kaschmir-Konflikts ist keine 20 Jahre her. Indien, Pakistan und China erheben Gebietsansprüche auf Teile der Region. Terroristische Gewalt ist andauernde Realität in Kaschmir, der seit dem Jahr 2000 über 20.000 Menschen zum Opfer fielen.

Der Filmemacher Musa Syeed stammt von Kaschmiris ab, die noch vor seiner Geburt in die USA migrierten. Syeed kannte das Kaschmirtal als Sehnsuchtsort seiner Eltern. Als er selbst die Region bereiste, nahm er wahr, wie der Dal-See heute als touristische Attraktion und Kulisse für Bollywood-Filme genutzt wird. Er lebte einige Zeit in einem Pfahldorf auf dem See und beschloss mit lokalen LaiendarstellerInnen einen Film zu drehen. Der Hauptdarsteller Gulzar Ahmed Bhat ist auch in seinem echten Leben Bootsmann.

Die politische Situation vor Ort prägte die Dreharbeiten. Das Filmteam war mit einer plötzlichen Ausgangssperre konfrontiert, die spontan in das Drehbuch eingearbeitet wurde.

Sie mussten mit möglichst kleiner Besetzung drehen, um wenig Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Am 23.11. um 22 Uhr anschließenes Filmgespräch, moderiert von Gerrit Lange.


in der Frieda23Friedrichstraße 23

    • DO
      22.11.

    • FR
      23.11.

    • SA
      24.11.

    • SO
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