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Workshop: Landrechte und indigenes Wissen in Amerika
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Workshop: Landrechte und indigenes Wissen in Amerika

mit Gesa Mackenthun, Universität Rostock (Professur für Nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft)


Die systematische Unterdrückung indigenen Wissens durch den kolonialen Diskurs in den Amerikas und sein Ersatz durch Mythen von Wildheit und Nomadentum dient(e) sowohl der Rechtfertigung der Landnahme als auch der Tilgung alternativer Wissensbestände, die in Widerspruch zur westlich-kapitalistischen Dichotomie zwischen Mensch und Natur stehen. Insbesondere in der »dritten« und »vierten« Welt Latein- und Nordamerikas geht die ökologische Krise – zentral die Vernichtung und der Raub von Land in bisher kaum gekanntem Maßstab – mit der direkten Bedrohung indigener Lebens- und Wissensformen einher. Der Vortrag verbindet aktuelle Diskussionen über Ökozid, Anthropozän und landgrabbing in Amerika mit einer Erörterung indigener epistemischer Beziehungen zum Land, die sich z.B. in tradierten Geschichten und kulturellen Praktiken artikulierten.  Diese »stories« enthalten wertvolles ökologisches Wissen über das Verhältnis zwischen Menschen und Land, das zur Überwindung der aktuellen Krise beitragen könnte – nicht nur in Amerika sondern überall.

Prof. Dr. Gesa Mackenthun lehrt Nordamerikastudien an der Universität Rostock und war Initiatorin des DFG-Graduiertenkollegs »Kulturkontakt und Wissenschaftsdiskurs« (2006-15). Sie hat über frühneuzeitlichen kolonialen Diskurs, die literarische Verarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels und die Verflechtung von Imperialismus und archäologischer Forschung in den USA veröffentlicht (zuletzt Mit-Hg. Decolonizing »Prehistory«, 2021). Aktuell arbeitet sie zu (Post)Kolonialität, Landraub und Ökozid in anglo-amerikanischen literarischen Texten.


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