DeAD

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Regie: Sven Halfar, BRD 2012, 104 min, FSK 16

Patricks Mutter hat sich umgebracht – erhängt; er findet sie und damit ihr Tagebuch. Mehr von Wut als von Trauer getrieben, macht sich Patrick gemeinsam mit seinem Kumpel Elmer auf den Weg, um den Kerl zu finden, der sich vor etwa 30 Jahren aus der Verantwortung gestohlen hat: seinen Vater. Mit ihrem alten Ami-Schlitten kommen die beiden Jungs gerade rechtzeitig zum 60. Geburtstag von Reimund, der ein Internat leitet. Reimund lebt in einer großbürgerlichen Idylle, er hat eine hübsche Frau, eine niedliche Tochter und ein schönes Haus. Thriller und Psychodrama, Familientragödie und diskret überzogener Pulp: Hier wird die Welt des Kleinbürgers nicht nur auseinandergenommen, sondern zerfetzt. Wenn Patrick nebst Kumpel Elmer die Geburtstagsparty seines bisher unbekannten Vaters aufmischt, dann steht schon relativ früh fest, dass es hoch hergehen wird. Anfangs mit angenehmer Ironie und durchgängig mit gelegentlich verblüffender Gewaltbereitschaft erzählt, entwickelt sich der Plot – „Funny Games“ lässt grüßen – bald zu einer Tour de force durch die Abgründe familiärer Beziehungen.