4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage
Regie: Cristian Mungiu, Rumänien 2007, 113 min, OmU (Rumänisch), FSK 16

Was könnte man sich ausdenken, um das Publikum von einem Kinobesuch abzuhalten: Eine triste, graue Stadt im Rumänien der späten Ceauşescu-Zeit und zwei Studentinnen bei einem illegalen Schwangerschaftsabbruch, die an einen „Herren“ geraten, der ihre Lage genüsslich ausnutzt. Dazu wird noch ein deutscher Verleih benötigt, der ein nichtssagendes Plakat entwirft, eine Vorschau schneidet, der einen Psychothriller nach amerikanischem Muster vorgaukelt (Wir zeigen diesen Trailer bewusst nicht.) Wenn Sie sich trotzdem dazu entschließen, den Gewinner der Goldenen Palme 2007 in Cannes, den Gewinner des Europäischen Filmpreises 2007 anzuschauen, werden Sie unter Umständen überrascht sein. „4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage“ ist ein außerordentlich kraftvoller Film, der keinesfalls „herunterzieht“. Die Erlebnisse der beiden jungen Frauen sind schlicht, kammerspielartig in Szene gesetzt, doch erzeugen sie eine Spannung, die nicht auf äußerlichen Effekten, sondern auf den Konflikten der Figuren beruht. Hier geht es nicht um Leid und Sentiment, es wird von Verantwortung, Vertrauen und Würde erzählt und das ganz ohne große Geste.